Internet Explorer – soll man diesen Browser noch berücksichtigen?

Webagentur Basel

Ist es noch sinnvoll, die eigene Website für den Internet Explorer zu optimieren?

Wir als Webentwickler kennen es nur zu gut. Wir bauen eine Webseite oder eine neue Funktion in eine Webseite ein und checken dann die Funktionen und das Verhalten der Website in den gängigen Browsern. Chrome, Firefox, Safari alles ok. Noch den Internet Explorer checken — nein! Immer dieser IE… nicht schon wieder. Warum???

Sicher ist es Ihnen als Anwender auch schon aufgefallen, dass es mit dem Internet Explorer Probleme geben kann. Seiten werden nicht richtig angezeigt oder Funktionalitäten von Webseiten funktionieren einfach nicht mit diesem Browser. Was ich mich Frage ist dann, warum hat man diesen Browser überhaupt noch? Microsoft hat die Weiterentwicklung des Internet Explorers 2015 eingestellt. Es gibt zwar noch Sicherheitsupdates und Support, aber mehr nicht.

Was ist den los mit dem Internet Explorer?

Nun, es gibt für die Interpretation von HTML/CSS, welches für die Darstellung von Webseiten genutzt wird, keinen Standard. Jeder Browser stellt Webseiten nicht genau gleich dar. Beim Internet Explorer ist das ganz extrem. Viele Funktionen und Standards wurden nicht in den Browser integriert oder nur sehr spät umgesetzt. Teilweise muss man mit speziellen Scripts Funktionen einer Webseite für den IE lesbar resp. ausführbar machen. Teilweise klappt dies gut, teilweise gar nicht oder nur sehr umständlich.

Schon früh wurde erkannt, dass es Richtlinien und Standards für die Browser braucht. So wurde 1994 das Konsortium W3C gegründet. Dies soll sicherstellen, dass Webseiten einheitlich aufgebaut werden und auch auf allen Geräten und Browsern korrekt dargestellt werden. Microsoft hat mit dem Internet Explorer sich da aber nicht vollumfänglich integriert und selber weiter entwickelt.

Durch die Konkurrenz zu den anderen Browsern und mit immer mehr spezifischen Funktionalitäten hat jedoch der Standard, welchen man mit W3C einführen wollte, gerade beim IE nicht durchgesetzt. Damit der Internet Explorer noch mehr Einfluss erhält, hat Microsoft dann den IE gleich standardmässig mit seinem Betriebssystem Windows mit ausgeliefert. Anfänglich konnte man nur sehr umständlich einen anderen Browser als den Internet Explorer installieren. Microsoft musste sein Betriebssystem dann auch für die Konkurrenz öffnen. Dank dieser Taktik hat Microsoft erreicht, dass Anfangs der 2000er Jahre fast 95% den Internet Explorer als Webbrowser nutzen. Webentwickler mussten die Webseiten speziell für den IE optimieren. Da IE die Standards nicht einhält, ist dies immer mit Aufwand verbunden.

Im Laufe der Zeit hat der Internet Explorer dann Marktanteile verloren, aber 2008 waren es noch immer über 75%, welche den IE nutzten. Der IE führte aber immer wieder zu Frust und Mehraufwand für die Webentwickler, so dass Microsoft versuchte, die Standards mehr einzuhalten. Mit dem IE 7 und 8 wurde dies versucht, doch es brachte nicht viel.

Im Jahre 2011 kam dann der IE9 und dieser brachte deutliche Verbesserungen und hielt sich auch besser an die W3C Standards. Aber es war zu spät. Microsoft verkündete dann, dass der IE 11 die letzte Version sein würde und die Weiterentwicklung des Internet Explorers wurde im Jahre 2015 eingestellt.

Heute nutzen noch 3% der User den Internet Explorer.

Spezialfall Schweiz

Warum wird der IE in der Schweiz noch mehr genutzt, obwohl dieser Browser veraltet und seit mittlerweile 4 Jahren nicht mehr weiter entwickelt wird? Evtl. hängt es damit zusammen, dass Firmen teilweise noch ältere Anwendungen betreiben, welche Technologien verwenden, welche mit dem Internet Explorer gut funktionieren. Sicherlich auch die Anwender, welche noch ältere Windows-Versionen nutzen und nicht wissen, dass es neben dem IE auch Alternativen gibt (die viel besser sind als der alte IE) oder IT Abteilungen von Unternehmen, welche den IE vorgeben, da dieser leicht zentral konfiguriert und verwaltet werden kann.

In der Schweiz nutzen ca. 7.28% den IE

Alternativen zum Internet Explorer

Es gibt viele Alternativen. Beliebt sind Google Chrome oder Firefox. Beispiel Google Chrome nutzen heute über die Hälfte aller Nutzer. Der Browser ist schnell, viele Erweiterungen sind verfügbar und einfach zu bedienen mit vielen Funktionen. Aber auch Firefox oder Safari sind sehr zu empfehlen.

Microsoft hat als Nachfolger den Browser Edge lanciert. Dieser nutzt denselben Web-Rendering-Engine wie der Browser von Google. Mal sehen, wohin es geht.

Soll man noch für den IE Websites entwickeln resp. diesen berücksichtigen?

Aus meiner Sicht: NEIN! Aber… die Schweizer… die nutzen noch den Internet Explorer. Zwar nur 7.28%, aber je nachdem, welche Kunden Ihre Webseite besuchen, kann es sich noch lohnen. Wenn Sie Ihre Website auch für den alten IE 11 noch anschaulich gestalten möchten und die Funktionalitäten erhalten möchten, dann ist dies aber sicher mit einem finanziellen Aufwand verbunden. Sie müssen es sich gut überlegen, ob Sie dies noch machen möchten. Sie werden es aber nie 100% genau gleich hinbekommen und es ist auch nicht sicher, ob alle Funktionalitäten Ihrer modernen Website dann korrekt funktionieren.

 

Übersicht Browsernutzung 2019

Browser Anteil Webish

Quelle

 

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